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FSRdp Client unter Linux installieren

Für Linux Mint, Ubuntu, Debian und Raspberry Pi OS (64 Bit). Installiert wird ein gewöhnliches Debian-Paket – auf dem PC reicht meist ein Doppelklick, auf dem Raspberry Pi ein einziger Befehl.

1. Voraussetzungen

  • Ein Linux mit grafischer Oberfläche. Getestet sind Linux Mint 22 und Ubuntu (x64) sowie Raspberry Pi OS (64 Bit) auf Raspberry Pi 5. Auf einem Server ohne Desktop läuft der Client nicht.
  • Ein 64-Bit-System: amd64 für Intel-/AMD-Rechner, arm64 für den Raspberry Pi. Prüfen mit dpkg --print-architecture. 32-Bit-Linux wird nicht unterstützt.
  • Keine separate .NET-Installation – das Paket ist eigenständig.
  • Den Servernamen und die Ports Ihres FsRdpServers (Standard 8888 und 8889).
  • Ein Konto mit sudo-Rechten für die Installation.

2. Das richtige Paket herunterladen

Es gibt zwei Pakete – welches Sie brauchen, hängt nur vom Prozessor ab:

DateiFür
fsrdp-client_amd64.deb PCs und Notebooks mit Intel- oder AMD-Prozessor (Linux Mint, Ubuntu, Debian)
fsrdp-client_arm64.deb Raspberry Pi 4/5 mit Raspberry Pi OS (64 Bit) und andere ARM64-Rechner

3. Paket installieren

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Per Doppelklick (Linux Mint, Ubuntu)

Öffnen Sie im Dateimanager den Ordner Downloads und doppelklicken Sie auf die heruntergeladene Datei. Die Softwareinstallation öffnet sich: Klicken Sie auf Installieren und bestätigen Sie mit Ihrem Passwort.

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Oder im Terminal (auch auf dem Raspberry Pi)

Raspberry Pi OS hat keine Softwareinstallation für einzelne Dateien – dort und überall sonst genügt ein Befehl im Terminal (Strg+Alt+T):

cd ~/Downloads
sudo apt install ./fsrdp-client_arm64.deb

Auf einem PC heißt die Datei fsrdp-client_amd64.deb. Wichtig ist das ./ vor dem Dateinamen – ohne sucht apt im Internet nach einem Paket dieses Namens.

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Starten

FSRdpClient steht danach im Anwendungsmenü. Beim ersten Start fragt er einmal nach Ihrer Zustimmung zu den Nutzungsbedingungen. Alternativ im Terminal:

fsrdp-client

4. Fernsteuerung dieses Rechners ermöglichen

Nur nötig, wenn Ihr Rechner von jemand anderem gesteuert werden soll. Wollen Sie umgekehrt nur andere steuern, können Sie diesen Abschnitt überspringen.

Unter Linux darf ein normales Programm keine Tastatur- und Mausereignisse erzeugen. Dafür richtet das Paket den kleinen Systemdienst ydotoold als fsrdp-input.service für Ihr Benutzerkonto ein – vorausgesetzt, ydotool ist ab Version 1.0 vorhanden. Das hängt vom System ab:

  • Raspberry Pi OS (Debian 13 „trixie“): ydotool 1.0 liegt in den Debian-Backports. Dieser eine Befehl richtet die Paketquelle ein und installiert ydotool samt Dienst:
    sudo /opt/fsrdp-client/setup-remote-input.sh --install-ydotool
  • Linux Mint 22, Ubuntu 24.04: Diese Systeme bringen nur ydotool 0.1.8 mit. Dieser Rechner lässt sich damit derzeit nicht fernsteuern – alles andere funktioniert, auch das Fernsteuern anderer Rechner. Die alte Version installiert das Paket bewusst nicht: Ihr eigener Dienst wäre für alle Benutzer des Rechners beschreibbar.

Prüfen, ob er läuft:

systemctl status fsrdp-input.service --no-pager

5. Mikrofon, Ton und Echounterdrückung

Anders als unter Windows gibt es keine Berechtigungsschalter – wenn PipeWire läuft und ein Mikrofon angeschlossen ist, funktioniert es. Die Geräteauswahl treffen Sie in den Einstellungen des Clients.

Ohne Echounterdrückung arbeitet der Client im Wechselsprechbetrieb: Solange er hörbaren Raum-Ton abspielt, pausiert er Ihr Mikrofon. Sonst würde Ihr Mikrofon den Ton der anderen wieder einfangen und alle hörten sich verzögert selbst. Mit einem Headset fällt das nicht auf.

Wollen Sie ohne Headset arbeiten und gleichzeitig sprechen können, aktivieren Sie die Echounterdrückung von PipeWire einmalig pro Rechner:

mkdir -p ~/.config/pipewire/pipewire.conf.d
cat > ~/.config/pipewire/pipewire.conf.d/99-echo-cancel.conf <<'EOF'
context.modules = [
  { name = libpipewire-module-echo-cancel }
]
EOF
systemctl --user restart pipewire pipewire-pulse

Prüfen Sie danach mit wpctl status: Dort erscheinen „Echo-Cancel Source“ und „Echo-Cancel Sink“, und der Client meldet beim Betreten eines Raums „Echo cancellation is active (full duplex)“. Das gilt, solange in den Einstellungen kein bestimmtes Gerät ausgewählt ist.

6. Einstellungen: Server, Name, Sprache

Öffnen Sie die Einstellungen über das Zahnrad-Symbol und tragen Sie ein:

Ihr NameDer Anzeigename, den die anderen Teilnehmer sehen.
ServeradresseDer DNS-Name Ihres Servers, z. B. server.ihrefirma.de. Keine IP-Adresse – das Zertifikat lautet auf den Namen.
PortsNormalerweise 8888 und 8889.
Gesprochene SpracheBestimmt, in welcher Sprache Ihre Rede erkannt wird und in welcher Sprache Sie die Untertitel der anderen mitlesen. Nur relevant, wenn Ihr Server Live-Untertitel anbietet.
Supporter-SchlüsselFalls Sie einen haben: Er macht Sie zum Besitzer der Räume, die Sie eröffnen.

7. Den ersten Raum betreten

Ein Raum ist der virtuelle Treffpunkt: Wer dieselbe Raumnummer eingibt, landet zusammen in einer Sitzung. Tragen Sie die Nummer ein, die Sie bekommen haben, und verbinden Sie sich. Solange Sie allein im Raum sind, sind Bildschirmfreigabe, Chat und Dateiversand deaktiviert – es gäbe niemanden, der etwas empfängt.

Beim Teilen des Bildschirms zeigt ein roter Rahmen dauerhaft an, welcher Bereich übertragen wird. Es kann immer nur eine Person gleichzeitig teilen; wer neu startet, übernimmt.

8. Unterschiede zum Windows-Client

Beide Clients können dasselbe – mit drei Ausnahmen, die an der Plattform liegen:

  • Keine Sitzungsaufnahme. Eine Sitzung als Videodatei aufzeichnen kann nur der Windows-Client. Der Linux-Client zeigt den Hinweis an, solange jemand anderes aufzeichnet, kann aber selbst keine Aufnahme starten.
  • Zwischenablage nur als Text. Formatierte Inhalte (Tabellen, formatierter Text) überträgt der Linux-Client nicht; er verwendet den mitgelieferten Klartext. Für X11 und Wayland gibt es dafür keinen einheitlichen Weg.
  • Ein zweiter Start holt kein Fenster nach vorn. Auch hier läuft der Client nur einmal je Benutzer – der zweite Start zeigt aber nur einen Hinweis und endet, weil Wayland-Compositoren das Aktivieren fremder Fenster verweigern.

Die Beschränkung auf eine Instanz hat denselben Grund wie unter Windows: Eine zweite Instanz würde den Raum-Ton der ersten über das gemeinsame Mikrofon wieder einfangen – dagegen hilft weder die Wechselsprech-Automatik noch PipeWires Echounterdrückung, weil beide nur den eigenen Wiedergabestrom kennen.

9. Updates und Deinstallation

Der Client prüft beim Start seinen Updatekanal – x64 und ARM64 werden getrennt geführt. Ein Update wird erst nach Rückfrage heruntergeladen; geprüft werden ein kryptografisch signiertes Manifest sowie Paketgröße und SHA-256-Prüfsumme. Erst danach folgt die Rückfrage nach Ihrem Passwort, und apt installiert das neue Paket – samt Abhängigkeiten, die eine neue Version vielleicht braucht. Im Hintergrund wird nichts stillschweigend installiert.

Entfernen lässt sich der Client wie jedes andere Programm in der Anwendungsverwaltung oder im Terminal. Ihre persönlichen Einstellungen in ~/.config/FsRdpClient bleiben dabei erhalten:

sudo apt remove fsrdp-client

10. Häufige Probleme

Ein Doppelklick öffnet ein Archivprogramm statt der Installation

Ihr System hat keine grafische Installation für einzelne Pakete – auf Raspberry Pi OS ist das normal. Nehmen Sie den Terminal-Befehl aus Abschnitt 3.

Die Bildschirmfreigabe bleibt schwarz oder startet nicht

Unter X11 (Linux Mint, Xubuntu) nimmt der Client den Bildschirm selbst auf. Unter Wayland braucht er grim (Raspberry Pi OS und andere wlroots-Desktops) bzw. gnome-screenshot (GNOME); das Paket bringt beide als Empfehlung mit. Welche Sitzungsart läuft, verrät:

echo $XDG_SESSION_TYPE

Die Fernsteuerung meines Rechners funktioniert nicht

Prüfen Sie systemctl status fsrdp-input.service. Fehlt der Dienst, war ydotool 1.0 bei der Installation nicht vorhanden – siehe Abschnitt 4. Ist es inzwischen da, richtet sudo /opt/fsrdp-client/setup-remote-input.sh den Dienst nachträglich ein.

Der Mauszeiger springt beim Fernsteuern

Auf labwc-Systemen braucht das virtuelle Eingabegerät ein flaches Beschleunigungsprofil. Die Installation legt dafür eine passende rc.xml an – existierte bereits eine eigene, bleibt sie unangetastet, und Sie übernehmen den Abschnitt aus /opt/fsrdp-client/labwc-rc.xml selbst.

Man hört mich nicht

  1. Ist das Mikrofon im Client stummgeschaltet?
  2. Ist in den Einstellungen das richtige Aufnahmegerät gewählt?
  3. Läuft PipeWire? systemctl --user status pipewire
  4. Spielt der Client gerade Raum-Ton ab? Dann pausiert das Mikrofon absichtlich (Abschnitt 5).

Der Client verbindet sich nicht

Prüfen Sie Serveradresse (Name, keine IP) und die beiden Portnummern. Ob der Name überhaupt auflöst, zeigt getent hosts server.ihrefirma.de. Kommt keine Antwort, liegt das Problem im DNS und nicht am Client.

Etwas funktioniert nicht wie beschrieben? Schreiben Sie mir – ich helfe gerne weiter.

Robert Fischbacher

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